0772246849 info@ho-ko.ch

Über das Thema „wie man einen Bus dämmt/isoliert“ könnte man ein eigenes Buch schreiben. Ich beschränke mich auf das Konzept, das wir bei Ho-Ko beim Busbau für unseren Campingbus verwenden. Hierzu ein paar gute Gründe, warum wir es so machen, wie wir es machen und im Umkehrschluss, warum wir es auf keinen Fall anders machen würden. 

Dämmung / Isolation in deinem Campingbus. Ein bisschen Wissen:

Das Problem in einem Campingbus ist, dass ihr in einer Blechkiste lebt, die keinen Wasserdampf nach aussen lässt. In einem Haus ist das anders, das ist absichtlich so gebaut, damit der Wasserdampf (das gebundene Wasser in der Luft) kontrolliert austreten kann und sich die Feuchtigkeit nicht staut, kondensiert und sich so feuchte Stellen in der Konstruktion bilden. Falls man schlecht gebaut hat und genau dieses Szenario eintritt, hat man später garantiert mit Schimmel zu kämpfen. Es ist also essenziell, dass man bei er Dämmung alles richtig macht und nicht einfach im Baumarkt ein paar Dämmplatten kauft und diese irgendwie, ohne eine Ahnung zu haben, verbaut.

Hier ein kurzer technischer Einschub, damit dass ihr euch das vorstellen könnt:

kondenswasser im bus

Da ihr die Blechhülle beim Bus umbauen nicht verändern könnt und das Wasser nicht nach aussen dringen lassen könnt (wie bei einem Haus), müsst ihr euch also etwas anderes überlegen.

Es gibt meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten:

Variante 1: Super-duper Space – Dämmung 

Wenn ihr im Internet recherchiert, stosst ihr oft auf auf eine Lösung, in der euch irgendeine super Raumfahrt-Dämmung empfohlen wird. Diese ist dünn, leicht und extrem isolierend. Dies funktioniert allerdings nur, wenn ihr die Isolation auf der Warmseite (also im Innern des Busses) luftdicht abdichtet, sodass keine mit Wasser gesättigte Luft in die Isolation eindringen und später kondensieren kann. Das Abdichten erfolgt mit einer “Dampfsperre”. Meistens ist dies eine Folie aus Aluminium, die penibel angeklebt werden muss. 

Meiner Meinung nach hat diese Lösung aber einige Nachteile:

  1. Die Produkte sind hoch raffiniert, künstlich hergestellt und kommen oft von weit her.
  2. Sie sind teuer.
  3. Der Arbeitsaufwand ist hoch. 
  4. Die meisten solcher Dämmungen sind feste Isolationsplatten, mit denen es schwierig ist, auch enge Hohlräume auszufüllen (in einem Bus gibt es tausende!). 
  5. Wenn ihr die Sache nicht gut abdichtet, habt ihr später Wasser in der Konstruktion, das nicht mehr entweichen kann. Und alles 100% abdichten ist schier unmöglich. Zudem können sich Verklebungen über die Jahre lösen oder spröde werden. 
  6. Der gesamte Wasserdampf bleibt im Wohnraum und die Luft ist somit noch feuchter als diese in einem Bus eh schon ist (speziell bei kühleren Temperaturen). 

Variante 2: Schäfchen für euch frieren lassen und die flauschige Schafwolle in euren Campingbus packen.

Wir verbauen Schafwolle in unseren Bussen. Der Dämmwert von 5 cm dicker Schafwolle ist sicher nicht so hoch wie die der Isolation aus dem Hyperspacematerial. Dennoch würde ich nichts anders verbauen. 

Warum? 

Deswegen:

  1. Das Produkt ist natürlich, nachwachsend und als Schweizer Produkt zu kaufen.
  2. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top.
  3. Ihr könnt den hintersten Winkel problemlos ausstopfen.
  4. Erzeugt ein angenehmes Raumklima.
  5. Es braucht keine Dampfsperren oder sonstige Folien und Abdichtungen. 


Dies hat folgende Gründe:

Schafwolle kann bis zu 33% des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne dass sich diese feucht anfühlt. Ebenso einfach kann sie dieses Wasser wieder abgeben. Das heisst, wenn die Luft wie oben beschrieben an der Buswand kondensiert, kann die Schafwolle die Feuchtigkeit binden und in sich aufnehmen. Tagsüber, wenn es wieder warm wird und die Luft wieder mehr Aufnahmekapazität hat, gibt die Schafwolle das gespeicherte Wasser wieder ab. Und weil ihr keine Folien verbauen müsst, kann die Luft problemlos in eurer Konstruktion zirkulieren. 

Bei kühleren Temperaturen hast du im Bus, egal was du verbaust, immer mit Feuchtigkeit zu kämpfen – das ist ein Naturgesetz. Das relativ kleine Luftvolumen, das für zwei Personen zur Verfügung steht, die eventuell auch noch Pastawasser aufkochen, in Kombination der hermetischen Blechkiste und den schwankenden Temperaturen führen immer zu Kondenswasser. 

Aber wenn ihr natürliche Materialien verbaut, helfen diese euch die sich aufstauende Feuchtigkeit aufzunehmen und später auch wieder abgeben zu können. Damit ist euch im Vergleich schon sehr viel geholfen. Die hypertechnischen Plastiklösungen, die keinen Tropfen Wasser speichern können, helfen euch bezüglich dem Kondenswasser und Raumgefühl null. Da bringt auch die hohe Isolationskraft nichts.

Ein kleiner Praxisbericht mit Schafwolle im Bus:

Wir waren von August bis Anfang März im Campingbus in Frankreich und Spanien unterwegs. Oft hatten wir Regen und Temperaturen in der Nacht um die 5 Grad. Tagsüber dann zwischen 10 und 20 Grad. Um die Geschichte kurz zu halten, hatten wir über längere Zeit jeden Morgen und Abend oft nicht wenig Kondenswasser im Bus. 

Als wir im März wieder zurück waren, habe  ich den Test gemacht und die Wandverkleidungen demontiert, um mir die Sache genau anzuschauen. Da war keine Spur von Feuchtigkeit oder gar Schimmel zu entdecken! Seitdem ist meine Überzeugung von 100% auf 110% gestiegen ;). Ich wüsste wirklich gerne, wie sich ein Bus mit Dampfsperre und Super-Isolation verhalten hätte. Auch in Bezug auf das Raumgefühl während man unterwegs ist. Wenn jemand damit Erfahrungen gemacht hat, gerne her damit! 

Falls du allenfalls an einem detaillierten und ausführlichen Bauplan für eine Innenverkleidung, Dämmung und Licht im Bus interessiert ist, haben wir in unserm Shop eventuell das richtige für dich. Hier erklären wir Schritt für Schritt und praxisnah auf was du beim Ausbau achten musst, wo die Fehlerquellen sind und wie du diese elegant und preiswert umgehen kannst.